Techniker werden zu Roboterfachleuten

 14.07.2017 12:00:00 | CSS, J. U. Berner
Roboter sind heute viel mehr als nur komplizierte Maschinen mit denen automatisch Werkstücke gehandhabt und bearbeitet werden können. Sie werden zunehmend zu maschinellen Kollegen, die miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten in einer weitgehend vernetzten Produktion.
Techniker an der CSS bei Roboterschulung


Bernhard Weber, Lehrer an der Fachschule für Technik der Carl-Schaefer-Schule und Fachberater am Regierungspräsidium zeigt der Schulleiterin Andrea-Theile-Stadelmann eine mögliche Anwendung der schuleigenen Roboter.
Foto: J. U. Berner

Die direkte Interaktion und Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine wird immer mehr zur Normalität, Roboter treten auch vermehrt im normalen Alltagsleben in Erscheinung, nicht nur zum Rasenmähen oder Staubsaugen.
Damit steigen auch die Anforderungen an die Steuerung, die Sicherheit – sowohl rein mechanisch als auch informationstechnisch. Und damit steigen auch die Anforderungen an die Experten, die die Robotersteuerungen programmieren, die Roboter in Betrieb nehmen und warten.

Um den angehenden staatlich geprüften Technikern im Maschinenbau auch in dieser Hinsicht optimale Voraussetzungen für ihre Tätigkeit in Industrie und Handwerk mit auf den Weg zu geben, fand an der Carl-Schaefer-Schule eine Qualifikationsmaßnahme für die Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Technik statt. Aufbauend auf ohnehin schon unterrichtete und angewendete Fachgebiete, gab Stephan Kühne von der Firma Adiro einen Einblick in die verschiedenen Aspekte der Programmierung von Robotersteuerungen.

„Ungefähr 80% des Programmieraufwands werden in Sicherheitsaspekte investiert. Ein Roboter darf bei Stromausfall ein Bauteil zum Beispiel nicht einfach fallen lassen.“ so Kühne. Doch nicht nur die Steuerung stellt hohe Anforderungen an die angehenden Techniker. Auch mechanische Aspekte müssen berücksichtigt werden. „Ein Roboter, der schon allein 300 kg wiegt, kann nicht einfach aufgestellt werden. Da müssen Drehmomente und vieles andere mehr berücksichtigt werden.“ Die Firma Adiro aus Esslingen liefert passgenaue Robotertechnik für unterschiedlichste Anwendungen und ist auch in der Anpassung von Robotertechnik für Schulungs- und Lehrzwecke aktiv.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wiederholgenauigkeit, mit der ein Roboter eine Tätigkeit ausführen kann. „Es hilft nicht, wenn der Roboter beim ersten Mal auf den Mikrometer genau arbeitet, beim nächsten Durchgang aber mehrere Zentimeter daneben greift.“

Im Anschluss an den Vortrag hatten die angehenden Technikerinnen und Techniker die Möglichkeit nochmals Übungen am praktischen Beispiel auszuführen, um sich auf die am nächsten Tag anstehende Prüfung zur Erlangung eines anerkannten Zertifikats vorzubereiten.

Bernhard Weber und Eric Berg, die die Zusatzqualifikation an der Fachschule für Technik an der Carl-Schaefer-Schule eingeführt haben und auch schon Kolleginnen und Kollegen von anderen Schulen fortgebildet haben, ist es wichtig, dass die Absolventen der Carl-Schaefer-Schule bestens für die kommenden Tätigkeiten in der Industrie gerüstet sind und damit Abhilfe beim viel thematisierten Fachkräftemangel schaffen können.

Die Fachschule für Technik (Fachrichtung Maschinenbau) startet an der Carl-Schaefer-Schule im Herbst mit einem neuen Kurs. Nähere Informationen und Bewerbungsunterlagen finden sich auf der Homepage der Schule unter www.css-lb.de. Einen direkten Blick in die Inhalte der Fachschule für Technik bietet sich am Freitag, 14. Juli 2017 um 17 Uhr in der Aula der Carl-Schaefer-Schule, wo die kurz vor dem Abschluss stehenden Schülerinnen und Schüler ihre Technikerarbeiten präsentieren.

Zur Homepage der Firma Adiro